Berlin, 16. September 2026

(Foto: M.L.) Der Verband der Soldaten der Bundeswehr e. V. (VSB) fordert Klarheit über die weitere Ausgestaltung der Feldwebellaufbahn. Seitdem im Mai angekündigten und zwischenzeitlich realisierten Beförderungsstopp warten betroffene Hauptfeldwebel und Hauptbootsleute auf eine verlässliche Perspektive. Für Anfang 2027 hat das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) die Wiederaufnahme von Beförderungen in Aussicht gestellt. Die zur weiteren Befassung vorgesehene Arbeitsgruppe im BMVg hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen.

Der VSB begleitet die Entwicklung von Beginn an konstruktiv - kritisch und steht hierzu im regelmäßigen Austausch mit dem BMVg. Für den VSB stehen zum jetzigen Zeitpunktinsbesondere die Auswirkungen für langgediente Soldatinnen und Soldaten, deren bisherige Karriereplanung durch die Veränderungen unmittelbar betroffen sind im Mittelpunkt.

„Unsere Feldwebel sind das Rückgrat der Streitkräfte. Viele von ihnen tragen seit Jahren Verantwortung, bilden aus, führen und halten den täglichen Dienstbetrieb am Laufen. Wer in dieser Situation Beförderungen aussetzt, muss den Betroffenen auch sagen können, wie es für sie weitergeht“, erklärt Oberstleutnant Tobias Brösdorf, Bundesvorsitzender des VSB.

Aus Sicht des Verbandes muss die Neuordnung rechtssicher sein, darf aber die Lebens- und Karriereplanung der Betroffenen nicht ausblenden. Gerade für langgediente Hauptfeldwebel und Hauptbootsleute geht es nicht um abstrakte Laufbahnmodelle, sondern um konkrete berufliche Perspektiven nach vielen Jahren Dienst.

Dabei steht der Beförderungsstopp nicht isoliert. Die Bundeswehr will wachsen und muss gleichzeitig erfahrenes Personal halten. Diese Überlegungen müssen aber auch die weitere Verwendungsplanungen der Stabsfeldwebel und -bootsleute miteinschließen, sofern sich in der Personalstruktur Änderungen am Umfang der ausgebrachten Dienstposten ergeben.

Häufige Versetzungen, hohe Mobilität, längere Abwesenheiten und die besonderen Anforderungen des militärischen Dienstes verlangen Soldatinnen und Soldaten und ihren Familien viel ab. Umso mehr kommt es auf Rahmenbedingungen an, die nachvollziehbar und verlässlich sind. Dazu gehört neben beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten auch die weiterhin offene Frage der amtsangemessenen Alimentation.

„Kriegstüchtigkeit lässt sich nicht allein an Material, Strukturen oder Personalzahlen messen. Entscheidend sind die Menschen, die diesen Dienst leisten. Wenn wir sie gewinnen und halten wollen, müssen Attraktivität und Rahmenbedingungen stimmen – und zwar für alle Soldatinnen und Soldaten“, so Oberstleutnant Brösdorf. (M.L. / T.B.)

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